Neujahr im Iran

Der wichtigste Feiertag und damit das größte Fest im Iran ist das Neujahresfest „Nouruz“. Der Name bedeutet „neuer Tag“. Das neue Jahr wird gefeiert und das iranische Neujahr ist auch gleichzeitig das Frühlingsfest. Diese Tradition ist aus ländlichen Gegenden im Iran übernommen, wo der eintretende Frühling eine besondere Bedeutung für die Landwirtschaft hat. Das Neujahrs- und Frühlingsfest findet im März statt.

Die Feierlichkeiten dauern zwei Wochen. Vorher bereitet man sich in jedem Haushalt über einen längeren Zeitraum auf diesen Feiertag vor. Die Häuser werden gründlich gereinigt. Verstorbene Familienmitglieder werden auf den Friedhöfen besucht und deren Gräber geschmückt. Die Feierlichkeiten selbst beginnen in der Nacht zum letzten Mittwoch des (islamischen) Jahres. Man entzündet kleine Feuer in den Straßen und junge wie alte Menschen springen darüber.

Der wichtigste Brauch ist „Haft sin“, was so viel bedeutet wie sieben Mal „s“. Das heißt, auf einem Tuch werden sieben Lebensmittel ausgebreitet, die in der persischen Sprache mit „s“ beginnen. „Sabze“ sind Weizensprossen oder Linsensprossen. „Samanu“ ist eine süße Weizenspeise, „Sir“ steht für Knoblauch, „Serke“ für Essig, „Sib“ steht für Apfel, und so weiter.

Dazu legt man einen Goldfisch, Brot, hartgekochte, bemalte Eier und eine Schüssel Wasser, sowie einen Spiegel. Die Kinder werden an diesem Tag beschenkt von einer in grün gekleideten Person, die durch die Stadt zieht. In den darauf folgenden 12 Tagen besucht man sich innerhalb der Familie gegenseitig und das Fest endet am dreizehnten Tag.

Diesen Tag nutzen Iraner, um Ausflüge in die Natur zu machen und den Tag draußen zu verbringen. Das Sabze, also die Weizensprossen und Linsensprossen, wirft man an diesem Tag in einen Fluss – es soll alles Böse vertreiben.